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Autoverkehr an der Stresemannstraße reduzieren!

Offener Brief der Kitas, Schulen und Elternräte rund um die Sternbrücke an den Bürgermeister und den Verkehrssenator der Freien und Hansestadt Hamburg

Hamburg, im Juni 2020

Sehr geehrter Herr Tschentscher, sehr geehrter Herr Senator Tjarks,

als Erzieher*innen, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen an Einrichtungen rund um die Sternbrücke bitten wir Sie, den Autoverkehr an der Stresemannstraße und ihrer Umgebung umgehend und dauerhaft zu reduzieren. Die geplante Erneuerung der Brückensituation sollte dazu genutzt werden, die Anzahl der Autospuren zu reduzieren und nicht auszubauen.

Täglich sind hunderte Kinder entlang der Straße unterwegs, um zu ihren Kitas und Schulen oder wieder nach Hause zu kommen. Sie laufen durch den Autolärm, sie radeln direkt neben riesigen LKWs und sie warten an den Ampeln in den Abgasen und dem Feinstaub. Sie sind dazu gezwungen, sich zahlreichen Stressfaktoren einer zutiefst kinderfeindlichen Umgebung auszusetzen, und immer wieder kommt es auch zu kleinen oder größeren Unfällen.

1991 gab es einen Unfall, bei dem ein neunjähriges Mädchen von einem LKW getötet wurde. Damals reagierte der SPD-Senat nach mehrwöchigen Protesten sehr verantwortungs-bewusst und reduzierte den KfZ-Verkehr auf je eine Spur in jede Richtung. Die beiden äußeren Spuren standen dem Rad- und Busverkehr zur Verfügung, und die Anzahl der Autos und LKWs sank sofort von 43.000 auf 24.000. Im Jahr 2002 jedoch führte der Schill-Senat wieder vier Autospuren ein. Daraufhin stieg sowohl die Anzahl der Fahrzeuge wieder deutlich an, aber auch die Zahl der Verkehrsunfälle war bereits im ersten halben Jahr höher als die in den gesamten Jahren seit 1998.

Angesichts des geplanten Neubaus der Sternbrücke soll der Verkehr neu geordnet werden. Es wäre in unseren Augen ein riesiger Fehler, den Autoverkehr weiter auszubauen und die Kinder noch stärker durch Lärm, Feinstaub und Unfallrisiken zu belasten! Wir bitten Sie inständig, stattdessen wieder die ursprüngliche Verkehrsaufteilung mit je einer Autospur in jede Richtung einzuführen und diese Aufteilung auch für Alternativrouten wie der Holstenstraße zu erwägen, damit der Verkehr nicht dorthin ausweicht. Nur auf diese Weise kann der Straßenraum in dieser Gegend wieder sicher und gesund für die Kinder werden.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitas, Schulen und Elternräte aus der Nachbarschaft der Sternbrücke:

Elternrat der Grundschule Thadenstraße, Elternrat der Katholischen Schule Altona, KiGa Papillon e.V., Kath. Kindergarten St. Theresien, Kinderladen Tüdelband e.V. , Kindertagesstätte Krokophantsie, Kita Augustenpassage, SterniPark Kinderhaus Wohlersallee, Theodor Haubach Schule

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