Sternbrücke, 22769 Hamburg info@initiativesternbruecke.org

Pressemeldung 21.08.2020

Stadt vergeudet 60 Mio EUR für überdimensionierte Bahnbrücke

Initiative Sternbrücke fordert Stopp des Planfeststellungsverfahrens

Die Initiative Sternbrücke fordert den Hamburger Senat dringend auf, sich für Erhalt und Sanierung der denkmalgeschützte Sternbrücke einzusetzen, die Finanzzusage von mindestens 60 Mio EUR für den überdimensionierten Neubau-Entwurf der Bahn zurückzuziehen und das laufende Planfeststellungsverfahren für den Neubau politisch zu stoppen. 

„60 Mio EUR für eine überflüssige Monsterbrücke mitten in der Stadt sind nicht vermittelbar. Der Planungsunsinn an der Sternbrücke muss ein Ende haben,“ erklärt Axel Bühler, Sprecher der Initiative Sternbrücke.

Dass die Brücke erhalten werden kann, belegt ein gerade veröffentlichtes Gutachten der Kulturbehörde, das von der bundesweiten Fachöffentlichkeit in einem aktuellen Statement unterstützt wird.

Für die Stadt Hamburg wäre die Erhaltung der Brücke mit Abstand die günstigste und beste Lösung. Eine Sanierung würde allein von der Bahn bezahlt, während der geplante Neubau mit mindestens 60 Mio EUR von der Stadt bezuschusst werden muss. Eine bus- und fahrradfreundliche Verkehrsführung wäre mit der heutigen Sternbrücke problemlos umsetzbar.

Zum Hintergrund:

Die Sternbrücke in Altona ist ein bedeutendes technisches Denkmal, das das Stadtbild von Altona seit bald 100 Jahren prägt und zugleich ein wichtiger Kulturort für ganz Hamburg geworden ist. Dennoch will die Deutsche Bahn AG die Brücke – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen – abreißen und durch einen Neubau ersetzen. 

Bei einem Abbruch würden nicht nur die historisch bedeutsame Brücke und ihre Unterbauten mit den darin befindlichen Clubs verloren gehen, sondern es müssten auch mindestens sieben der umliegenden, teils denkmalgeschützten Altbauten abgerissen werden. 

Der aktuell geplante Neubau wäre für das kleinteilige Stadtbild zudem völlig überdimensioniert. Seine Größe begründet sich allein auf der inzwischen veralteten Forderung der Verkehrsbehörde, darunter die Stresemannstraße vierspurig und stützenfrei einrichten zu können. Stadtbild und Baukultur sollen also der autogerechten Stadt geopfert werden, obwohl der Senat sich gerade erst ehrgeizige Klima-Ziele gesetzt hat und das Verkehrsressort seit Kurzem mit Anjes Tjarks einen grünen Senator hat.    

Seit März 2020 engagiert sich die Initiative Sternbrücke für die Rettung der Brücke. Die Initiative besteht aus Anwohnerinnen, Interessenvertretern wie dem Denkmalverein Hamburg e.V. und dem Wagenplatz ZOMIA sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Die Initiative möchte mit ihrem ortsspezifischen Wissen im Rahmen einer gut strukturierten Beteiligung eine geeignete Lösung für die gesamte Situation rund um die Brücke erreichen.

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