DB InfraGo verschleiert Projektverzögerungen.
Eisenbahnbundesamt prüft Einhaltung Planfeststellungsbeschluss.
Initiative fordert Beschleunigung und verbindlichen Zeitplan.
Während DB InfraGo und Senat sich feiern lassen, dass die Züge wieder über die Monsterbrücke rollen, bleibt die hässliche Wahrheit auf der Strecke: der Bau liegt weit hinter Zeitplan. Wesentliche Arbeiten dauern nun bis Ende 2027, die Kabelhilfstrasse soll sogar bis Anfang 2028 stehen. Hinterhöfe warten auf Wiederherstellung und Renaturierung, Flächen bleiben blockiert und die Entwicklung eines lebenswerten Umfelds wird weiter verzögert.
„Die Arbeiten an der neuen Sternbrücke sind erfolgreich abgeschlossen“, meldet die Deutsche Bahn auf Instagram. Eine zumindest irreführende Formulierung. Denn auf ihrer eigenen Projektseite beschreibt die DB den aktuellen Zustand gleichzeitig als „Bauzwischenzustand“. Die Max-Brauer-Allee soll nun bis Ende Oktober gesperrt bleiben – fast zwei Monate länger als ursprünglich geplant. Der Lärmschutz soll erst im Oktober 2027 vollständig fertiggestellt werden – möglicherweise im Widerspruch zur Planfeststellung, das Eisenbahnbundesamt prüft. Die massive Kabeltrasse bleibt nach Unterlagen des Hamburger LSBG sogar bis Anfang 2028 und blockiert den geplanten bus- und fahrradfreundlichen Umbau der Stresemannstraße. Die Brammerfläche bleibt auf unbestimmte Zeit in den Händen der DB. Kurzum: wesentliche Arbeiten mit massiven Beeinträchtigungen vor Ort dauern noch voraussichtlich bis mindestens 2028.
„Dass die Züge wieder fahren, begrüßen wir. Aber die Erfolgsmeldungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die hässliche Realität im Viertel eine andere ist“, sagt Axel Bühler, Sprecher der Initiative Sternbrücke. „Nach Jahren von Abriss, Baumfällungen und Baustelle muss jetzt kurzfristig die Wiederherstellung beginnen: Grün zurück, Hinterhöfe renaturieren, Flächen freigeben und die mit Beteiligung laufende Umfeldplanung konkret umsetzen.“
Die Initiative Sternbrücke fordert deshalb von DB und Senat:
- Beschleunigung der Bauarbeiten
- einen verbindlichen und öffentlichen Zeitplan, wann welche Flächen aus der Baustelle entlassen werden und wann die Wiederherstellung von Hinterhöfen, Begrünung und Umfeld tatsächlich beginnen kann
- dabei darf nicht bis zum vollständigen Abschluss aller Bahnarbeiten im Oktober 2027 gewartet werden: Flächen, die früher freigegeben werden können, müssen auch früher für die Entwicklung des Umfelds zur Verfügung stehen.
- Die Grundlage für den mehr als einjährigen Betrieb ohne den vollständigen planfestgestellten Lärmschutz muss transparent gemacht und der notwendige Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner gewährleistet werden.
Dazu Axel Bühler: „Die Monsterbrücke mag für den Zugverkehr in Betrieb sein. Ihr Bau ist längst nicht fertig. Wir wollen endlich darüber reden, wie aus diesem Ort wieder ein lebenswertes Stück Stadt wird – mit Grün, Aufenthaltsqualität und Raum für Nachbarschaft und Kultur. Für das Viertel beginnt die eigentliche Arbeit jetzt erst.“
presse@initiativesternbruecke.org
https://www.initiativesternbruecke.org

