Sperrungen rund um die Sternbrücke länger und umfassender als zuerst bekanntgegeben

Nur scheibchenweise rücken Deutsche Bahn und Senat mit Informationen zum „Horror-Sommer“ an der Sternbrücke heraus – und mit jeder Scheibe wachsen die Zumutungen und die Anzahl der betroffenen Anwohner:innen. Dabei sind Bahn und Senatsbehörden laut Kleiner Anfrage der Linken-Fraktion in der Bürgerschaft seit Jahren im Austausch über den Transport der Brücke im Sommer.

Neu im Programm: Der gesamte Kreuzungsbereich um die Sternbrücke ist für einen Monat voll gesperrt, die Geschäfte an der Transportstrecke müssen während der Evakuierung für drei Tage schließen. Verlängerung: Die Sperrung der Max-Brauer-Allee geht über fast 10 Wochen – zwei Wochen länger. Die Evakuierung dauert drei Tage – einen Tag länger. Wann genau evakuiert werden soll: Geduld. Und zu möglichen Planungen im Falle von Schwierigkeiten beim Transport möchte der Senat in seiner Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage nichts sagen.

„In Gesprächen bekommen wir eine Menge Frust und Ärger mit. Planungen zu Hochzeiten, Umzügen und Examensfeiern werden über den Haufen geworfen. Die Anwohner:innen treiben ganz praktische Fragen um, z. B. nach Parkplätzen oder Müllabfuhr. Bahn und Stadt müssen ihre Salami-Taktik jetzt ändern, umfassend informieren und sich kurzfristig auf Evakuierungstermine festlegen„, fordert Marlies Thätner, Sprecherin der Initiative Sternbrücke.

In einer E-Mail Anfang April und eine Woche später gegenüber dem Abendblatt sprach die Deutsche Bahn von 8 Wochen Sperrung der Max-Brauer-Allee, inzwischen sind es fast 10 Wochen – vom 26. Juni bis einschließlich 2. September. War am Anfang noch von ein bis zwei Tagen Evakuierung der Anwohnenden die Rede, sind es inzwischen „voraussichtlich drei Tage“.

Völlig neu in der Kommunikation: Auch der Kreuzungsbereich Stresemannstraße / Max-Brauer-Allee wird mehr als 4 Wochen gesperrt. Vom 17. Juli bis einschließlich 16. August sind die Häuser in einem großen Bereich um die Brücke mit dem Auto nicht zu erreichen.

Anders als die Bahn präzisiert der Senat, dass auch die Geschäfte entlang der Transportroute für drei Tage geschlossen werden. Mit den Betroffenen vor Ort ist nach Kenntnis der Initiative Sternbrücke nach wie vor nicht gesprochen worden.

Senat und Deutsche Bahn sind Wiederholungstäter: Die verunglückte Brücke selbst ist das Produkt von Hinterzimmergesprächen, beide stimmen sich seit Jahren jede Woche ab – gehen aber immer erst an die Öffentlichkeit, wenn sie dazu gezwungen sind. Wir verstehen nicht, dass die Betroffenen an der Sternbrücke so lange im Dunkeln gelassen werden, bis eine vernünftige Vorbereitung auf die massiven Einschränkungen nicht mehr möglich ist“, sagt Axel Bühler, Sprecher der Initiative Sternbrücke.

Pressekontakt Initiative Sternbrücke:                                          
Marlies Thätner, Sprecherin, +49-173-9241563                              
Axel Bühler, Sprecher, +49-172-9429551                                        
presse@initiativesternbruecke.org                                                    
https://www.initiativesternbruecke.org

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